13.12.2016

Alles Spitze - Hochhausübung

Was haben Spitzenforschung, Puls-Spitzen und die Münchner Kirchturmspitzen gemeinsam? - Auf den ersten Blick nicht wirklich viel.

Bei genauerem Hinsehen aber...

...erkennt man die Spitzen der Münchner Kirchtürme am besten, wenn man sich auf eines der vielen Hochhäuser begibt, welche im Einsatzgebiet der Abteilung Stadtmitte anzutreffen sind. Eines dieser Hochhäuser ist das Hauptgebäude der Fraunhofer-Gesellschaft in der Hansastraße. Von hier aus Verwalten und Steuern knapp 800 Mitarbeiter, den Spitzenforschungsbetrieb. Mit 17 Stockwerken und damit 65 Metern Höhe zudem ideal geeignet für Feuerwehrübungen, die den Puls auf die Spitze treiben. Vergangenen Dienstag war das Gebäude Ziel der anrückenden Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr München Abteilung Stadtmitte, Um das Hochhauskonzept der Feuerwehr München in großem Still zu üben. Hochhäuser bergen für die Feuerwehr bauartbedingt einige Besonderheiten:

  • viele Menschen auf wenig Fläche (eine ganze "Dorfbevölkerung" in einem Gebäude)
  • die Drehleiter der Feuerwehr steht zur Rettung nur bis in eine Höhe von rund 23 Metern zur Verfügung, was in etwa dem 8. Stock entspricht und kann damit kaum eingesetzt werden.
  • eingeschränkte Zugangs- bzw. Fluchtmöglichkeiten im Vergleich zu einem "normalen" ebenerdigen Gebäude (die Treppenhäuser können hier quasi ein Nadelöhr bilden)
  • gegeben falls ein zeit- und kraftaufwendiger Anmarschweg (mit bis zu 30 Kilogramm Ausrüstung über die Treppe in den 17. Stock )

  • Um diesen möglichst effizient zu begegnen und trotzdem stets die Sicherheit der Bewohner zu gewährleisten, verfügen Hochhäuser über spezielle technische Sicherheitseinrichtungen. Außerdem gibt es in München seit einigen Jahren ein besonderes Konzept, um insbesondere in der Anfangsphase eines Einsatzes möglichst schnell eine funktionierende Struktur zu erhalten. Dieses beschreibt detailliert das Vorgehen bei einem Brandeinsatz in einem Hochhaus.

    Im Vergleich zu einem "normalen" Brandeinsatz unterscheidet sich dieses unter anderem durch:

  • Nutzung der technischen Besonderheiten, wie Feuerwehraufzüge und Steigleitungen, Wandhydranten und einer Brandmeldeanlage zur Früherkennung und zum schnellen Auffinden des Schadensortes.
  • Spezielle Ausrüstung und vorgehen der Feuerwehr als Stoßtrupp unter Atemschutz. Ein Stoßtrupp entspricht fünf Feuerwehrmännern statt dem üblichen Zweiertrupp.
  • Das Einrichten eines Depot zwei Stockwerke unterhalb des betroffen Geschosses. So können lange Wege zum Brandgeschoss vermieden werden, da der Einsatz von hier aus und nicht vom Erdgeschoss aus durchgeführt wird.

  • Diesen Herausforderungen stellten sich die über 40 Übenden der Abteilung Stadtmitte. So galt es für die Führungskräfte die Übersicht über die umfassende Lage zu behalten, für die Stoßtrupps, sich in den unbekannten Räumlichkeiten zu Recht zu finden und dabei ihren Auftrag gemäß Konzept erfolgreich abzuarbeiten.

    Trotz der anstrengenden Übung, konnte man nach rund einer Stunde bei der Nachbesprechung in zufriedene Gesichter schauen. Es waren sich alle einige, dass es sich um eine gelungene Übung gehandelt hat und wir wieder ein gutes Stück besser für den Ernstfall vorbereitet sind.

    Auch deshalb möchten wir uns ganz herzlich bei Stefan Lafer und der Fraunhofer-Gesellschaft für die Zurverfügungstellung des Gebäudes, sowie bei den Kollegen C. Emrich und T. Köstler der Berufsfeuerwehr und den Kameraden der Abteilung Moosach für ihre Unterstützung, bedanken: "Danke, das war Spitze!" (MK)





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