Abteilung Stadtmitte



22.07.2016, 17:55 Uhr

Großalarm für Katastrophenschutz durch Amoklage

Hanauer Straße - Stadtgebiet

Aufgrund der Amoklage rund um das Olympia-Einkaufszentrum (OEZ), bei der zehn Tote, zehn Schwerverletzte und 17 leichter Verletzte zu beklagen waren, und der Meldungen über vermeintlichen Schusswaffengebrauch in verschiedenen Teilen des Stadtgebietes, ist für die Landeshauptstadt am Freitagabend Großalarm für den Katastrophenschutz ausgelöst worden. Vor Ort rund um das OEZ war der Rettungsdienst mit mehr als 200 Einsatzkräften bei der Versorgung der Patienten und dem anschließenden Transport in unterschiedliche Krankenhäuser im Einsatz. In verschiedenen Bereitstellungsräumen im Stadtgebiet waren weitere 500 Einsatzkräfte von Hilfsorganisationen aus ganz Bayern in Bereitschaft. 60 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr waren ebenfalls am OEZ eingesetzt. Für die 21 Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr München wurde Vollalarm ausgelöst. Knapp 400 Einsatzkräfte standen in den verschiedenen Gerätehäusern im Stadtgebiet in Bereitschaft. Ebenso wurden Einsatzkräfte des THW alarmiert. Da die Lage in der Anfangsphase des Einsatzes völlig unübersichtlich war, wurden in einem Bereitstellungsraum 18 Rettungshubschrauber aus ganz Bayern, Baden-Württemberg und Österreich zusammengezogen. Für etwa 350 Personen, die unmittelbar am Tatort waren, wurde in der Werner-von-Linde-Halle im Olympiapark eine psychologische Betreuungsstelle eingerichtet. In der Nacht brachten Busse der MVG rund 50 Personen aus dieser Akutbetreuungsstelle nach Hause. Sämtliche Krankenhäuser in München wurden alarmiert und aktivierten ihre Notfallpläne. Sie verstärkten das Personal in den Nothilfen und OP-Sälen erheblich. Die Integrierte Leitstelle der Berufsfeuerwehr verstärkte ihr Personal ebenfalls durch das Heranziehen von dienstfreien Kräften, um die Einsatzkräfte zu koordinieren und die zahlreichen Notrufe abzuarbeiten. Erst im Laufe der Nacht konnten auswärtigen Kräfte schrittweise wieder in ihre Standorte zurückkehren. Die Maßnahmen dienten in Folge der unübersichtlichen Lage höchstvorsorglich dazu, gegebenenfalls auch mehrere hundert Verletzte versorgen zu können. Insgesamt waren etwa 1.200 Einsatzkräfte verschiedener Hilfsorganisationen am Einsatz beteiligt. Sämtliche Katastrophenschutzkräfte wurden durch einen Krisenstab der Landeshauptstadt München koordiniert. Dieser stand in engem und ständigem Kontakt mit den Stäben und der Einsatzleitung der Münchner Polizei.